Dienstag, 15. April 2008

Ya salimos de Ecuador


Tja, nun haben wir tatsächlich Ecuador verlassen. Auf der einen Seite ein schönes Gefühl weiterzukommen, auf der anderen Seite: Abschied.

Es war sehr merkwürdig nochmal nach Tulcan, die Grenzstadt, zu kommen, weil ich noch ganz genau das anfängliche Gefühl verspührte, dass ich hatte, als wir hier vor ca. 7 Monaten vorbeikamen, die Angst, das komplett Neue, das Wehrlose. Das Hostal ist auch wesentlich schöner als ich es noch in Erinnerung hatte; man ändert seine Ansprüche. Man ändert seine Blick auf gewisse Dinge. Es wird auch weniger wichtig, wenn man jemanden trifft, an was man glaubt, welchen Idealen man hinterherlaufend erkannt werden möchte. Viel wichtiger wird das Leben an sich. Das ist etwas, was ich an dieser Gesellschaft hier sehr mag. Es gibt hier so viel Wichtigeres - nicht oft besseres - als sich über sein Image Gedanken zu machen.

Ein Kapitel geht zu Ende und es bleibt ein wenig Herzeleid, wenn ich an ein schönes Leben denke, in Mindo, dem Backpackers Inn in Quito, den Galapagosinseln, Luna, Glühwürmchen, Frösche, Spinnen, Affen, Spinnenaffen, Fluss und Wald, Phils Stories, Sami, Misuallí, Cotopaxi, Guayaquil, Tauchen, auch eine Melancholie, die leise und zaghaft in den Dingen liegt, vor allem in den Landschaften; eine leise Melodie, die traurig und schön vor sich hinsummert ganz leise und genau darin liegt ihre Gewalt...Ecuador: "wenn's auch kein zu Hause war/ so hab ich mich doch hier und da/ bei manch einem unter dessen Dach ich lag/ zu Haus' gefühlt für manche Stunde, manchen Tag"


Doch ein neues Leben klopft an die Türe: Kolumbien. Heute haben wir die Grenze überschritten und haben uns gleich ein gewaltiges Bauwerk angesehen. Las Lajas. Und so monumental, wie es klingt ist es auch. Die Legende, bei der man in einem Mythos einfach mal eine Heilige gesteckt hat, erzählt von einem blinden und tauben Jungen der in einer Schlucht, an einem gewissen Felsen eine weise Wolke sah (Heilige), die ihn sehend und hörend machte. Man baute eine gewaltige Kirche in die Schlucht, und zwar so, dass der Altar aus dem besagten Felsen besteht. Echt irre und wunderschön. Ein Ort an dem man als letztes ein Bauwerk erwartet, erscheint es wie in einem Fantasy-Roman oder einer Stephan King Geschichte. Die intensiven Farben der Fenster werfen eine heiter Stimmung in die Kirche. Die Felsewände zur und um die Kirche sind mit Danksageplatten gepflastert. Leute bedanken sich für Wunder, die die Heilige von Las Lajas ihnen bescheerte.

Anfänglich wurden wir zwar mit dem fiesesten Wetter der Welt begrüst, doch als die Sonne durchbrach, warf sie Kontraste und Farben in die Landschaft...Die typischen Bergrücken, die Armut und der Reichtum und Wohlstand und an Leben und Glück. Anhänger werden von Eseln gezogen, Häuser sind mit rotem Ton gedeckt, man lächelt und freut sich besucht zu werden. Ich sah hin und bekam dieses Gefühl: "Das ist Kolumbien, und ja...es gefällt mir!" Ich weis, dass das jetzt sehr kitschig klingt, doch wer weis wovon ich spreche, der weis dass das absolut nichts mit Kitsch zu tun hat. Das Elend und der Kummer sind Teil der Stimmung, des Gefühls und der Ästhetik, auf eine bizarre Art und Weise. Kolumbien.

Heute ging es von Pasto nach Popayan. Also, den "gefährlichsten" Part unserer Reise haben wir hinter uns : )
Popayan gefällt mir wirklich sehr gut. Da keine guten Reiseführer auf dem Markt erhältlich sind zogen wir umher um Essen zu suchen. Diesmal aber ganz und gar nicht genervt sondern sehr genieserisch und entspannt. Die weise Stadt verdient diesen Namen weitaus mehr als Sucre und sogar mehr als Arequipa. Ein abendlicher Spaziergang durch die Stadt mit ihren nostalgischen Laternen, grosen, weisen Wänden der kolonialen Bauten und den freundlichen Menschen. das Essen ist hier wirklich besser als in Ecuador. Und wenn man nicht satt wird (ich werde fast nie satt) dann holt man sich noch was voll Geiles bei der Garküche an der Strase, die nochmal was auf die Faust gibt, was in einem Restaurant serviert werden könnte. Hier kann ich mein Fett wieder zurückholen. Habe seit unserer Ankunft hier ca. 8 kg verloren!
Da ich mir fest vorgenommen habe mich kürzer zu fassen, gehe ich mal ins Bettchen.

@ Ale, oh ja, mag sein, 300 Jahre ist echt was viel. Das hatte mir ein Typ von der Charles Darwin Station gesagt. Ich habe es einfach blind übernommen ohne nachzugucken. Doch 200 Jahre ist wohl auch nicht ohne, oder? Ich finde auch schon 150 Jahre gewaltig. Wir sahen auf der Insel Isabella eine Unterart, die erst mit 100 Jahren ausgewachsen ist. Nach ca. 50 Jahren sind sie auch tatsächlich auch nur in etwa halb so gros wie ihre ausgewachsenen Eltern. D.h. dass man eine Schildkröte, die man da im Rahmen des Zuchtprgrammes hegt und pflegt niemals ausgewachsen sehen wird. Irre oder?
Ich hörte dass du zur Zeit ganz schön viel um die Ohren haben musst, auch deshalb haben Nina und ich uns vorgenommen nicht mehr soo lange Einträge zu schreiben. Suerte!
Ich gestehe ein Nina in die Bilder hineingeschnitten zu haben.

@ Elza, Hahahahahaaaa wie geil ist das denn, oh maann! Der hätte von Nina sein können! Ich hoffe wir sehen uns trotzdem noch noch! hahahee das gibt's echt nicht, wie vercheckt!

2 Kommentare:

Lanark hat gesagt…

Hallo

Ich glaube, daß Ihre Zeit vermutlich unzulänglich war, aber Pasto ist auch wert das Besuchen. Vielleicht Nächste Mal.

Ich wünsche Ihnen gutes glück im Kolumbien. Viele grüße an Miguel.

P.S. Bitte entschuldig mein schlecht Deutsch

Lanark hat gesagt…

Übrigens, gutes blog.