Nur ein kleiner Post, um schonmal ein bisschen die Stimmung hier heraufzubeschwören - und um mich zu beschäftigen, denn Christian liegt noch immer im Bett und ist k.o, während ich schon herrlich erfrischend kalt geduscht habe und gleich was esse, uuuh yeah! Gar nicht wahr
Wir sind also jetzt ganz im Norden angekommen, in Cartagena, an der Karibikküste. Ich hab natürlich türkisblaues Meer und Palmen und Sandstrände erwartet - na ja, die kommen sicher auch noch. Es ist auf alle Fälle drückend heiss, den ganzen Tag, und meist eher leicht bewölkt. Palmen gibt es überall (yeah) und auch Strände haben wir gestern gesehen, die aber hier in der Stadt ziemlich verdreckt waren.
Nun, womit verdient sich Cartagena den Namen "Perle der Karibik"?
Durch die Altstadt und die alten Festungsanlagen gegen die unzähligen Piratenangriffe, die sie schon überstanden hat!!!
Viele sagen, es sei die schönste Stadt Südamerikas und der Altstadtkern ist wirklich....atemberaubend. Wunderschöne restaurierte, farbig gestrichene Kolonialhäuser mit Laternen an den Wänden, alle mehrstöckig, weil die Stadtmauer sie ganz umschloss. Die Mauer steht noch immer. Betritt man den Altstadtkern durch das grosse Stadttor, kommt dann direkt auf die Plaza, auf der damals die afrikanischen Sklaven feilgeboten wurden. Hier bekamen sie die Brandzeichen der Stadt und des Besitzers auf die Schultern.
Wenn dann durch die engen Gassen der Altstadt schlendert oder auf dem Fort in der Meerenge herumspaziert, fühlt man sich geradewegs in der Zeit zurückversetzt (oder wie bei "Fluch der Karibik", hä hä). Dann ist es auch gar nicht mehr so kitschig, die ganzen Pferdekutschen mit verliebten Touripärchen durch die Stadt holpern zu sehen. Wir besuchten als erstes eine uralte, geschichtsträchtige Kirche, in der wir beide überrascht waren, wie sehr man die Geschichte verzerren kann. Ihr wusstet es schon: Die Inquisition war gar nicht so schlimm, die hat nur die Hexen und Teufelsanbeter, vor allem die satanische Indianerstämme beseitigt. Die Kirche hat auch zur Zeit der Konquista die Ureinwohner immer gegen die bösen Spanier beschüzt und die Kirche ist immer wieder eingestürtz, na...nicht etwa wegen der beschissenen Bauweise, nein...wegen dem Teufel, der von vielen bösen Indianern angebetet wurd. Eine Indianerstochter, India catalina, die geraubt wurde und als Übersetzerin bei Eroberungen diente wird als erste Missionarin dagestellt. Mir wurde ganz übel.
Die Forts sind so beeindruckend! Es sind so geweisse Dinge von denen ich mir nicht vorstellen konnte, dass sie wirklich so extrem existieren. Ein Bilderbuchpiratenfort. Exerzierplatz, Kanonenpulvermagazin, in dem die Fledermäuse hausen, hunderte, sehr cool, Wassergraben, Hängebrücke, Wendeltreppen, Schiesscharte, Kanonen, Geheimgänge, Palmen, Hitze, Wachtürmchen und alles in einem Topzustand. Zwischen den beiden Forts an der Meerenge, genannt bocachica (kleiner Mund), wurde eine massive Eisenkette gespannt, um Überraschungsangriffe der Piraten vorzubeugen. Diese hatten die Stadt immer wieder als Beuteziel auserkohren, da sie das wichtigste Handelszentrum zu dieser Zeit darstellte. Alle Schätze der neuen Welt mussten von hier aus über den Atlantik gehen. Es gibt noch eine weitere Meeresenge zur Stadt, die aber durch Sandbänke unpassierbar ist, bocagrande (groses Maul). Dieser natürlicher Wall wurde mit einer mächtigen Unterwassermauer verstärkt. Diese Stadt ist eine Festung, kaum vorstellbar.
Im grossen Kontrast zum Altstadtkern steht das moderne Stadtviertel "Bocagrande". Dort herrscht eher Miami Beach-Feeling, grosse weisse Hochhäuser mit Meerblick, Restaurants, feine Geschäfte....
Wieder anders ist dann das Viertel, in dem sich unser Hostel (und andere Low Budget Unterkünfte, seltsamerweise aber auch einige teurere Hotels) befindet. Es befindet sich innerhalb der zweiten Stadtmauer und auch hier stehen noch überall Kolonialhäuser. Leider sind diese aber völlig heruntergekommen und dem langsamen Verfall ausgesetzt. Auf den Strassen taumeln Besoffene, ab Sonnenuntergang (gegen 18Uhr) bekommt man an jeder Ecke Drogen angeboten, überall liegt Müll und es herrscht ein penetranter Geruch nach Pisse.
Gestern wurden Christian und Stefaan (aus Belgien, mit dem haben wir uns ein Fort angesehen) Zeuge eines epileptischen Anfalls (Drogen). Der Mann brach wohl einfach zusammen und wurde ganz steif und schäumte, sein Kopf landete auf der Türschwelle eines Internetcafes. Natürlich holte niemand einen Arzt, natürlich "wusste" der Besitzer des Cafes auch keine Nummer von einem Arzt. Und die Besitzerin drängte darauf, den Mann wegzuschaffen, weil er den Eingang blockierte. Der Banenenverkäufer redete immerzu etwas von Jesús, sale demón, en el nombre de Jesús (im Namen Jesu, verschwinde, Dämon). Wir dachten er würde sterben, was auch sehr bald der Fall sein wird und eine Frau, die das Café betreten wollte, meinte nur dass wir ihn auf Seite räumen sollten, weil sie nicht über ihn steigen wollte.
Am gleichen Tag sah ich einen Bettler im Rollstuhl, der ein Schild trug, auf dem auf deutsch stand: "Willkommen in meinem wunderschönen Land, Reisende! Durch eure Hilfe kann ich überleben. Danke". Irgendwie hat es mich so angerührt...ich weiss gar nicht genau wieso.
Wir fuhren mit dem Boot zu einer Verteidigungsanlage der Spanier in einer Meerenge, durch die alle Schiffe passieren mussten. Wir wurden empfangen von einer Gruppe Schwarzer, die glücklich waren, dass Touris ohne Tour ankamen und uns direkt alles mögliche andrehen wollten und nicht von unserer Seite wichen. So hatten wir zwei Guides (obwohl wir gar keinen wollten) und etliche Schmuckverkäufer um uns herum.
Im Fort selbst machten wir ihnen dann nochmal klar, dass wir keinen Guide wollen, dass wir lieber alleine geniessen und uns alles anschauen.
Die beiden Guías waren so geknickt, es tat mir im Herzen weh.
Ja, der afrokaribische Einfluss ist gross hier. Die Mehrzahl der Einwohner stammt von den afrikanischen Slaven ab und das merkt man vor allem bei der Musik, die hier gespielt wird.
genug fürn ersten Eindruck.
Fressen!
eure neyna
und euer lieber Christian
@Elza: Nos vemos pronto, ya sabes! Por lo menos, voy a encontrar los Gummibärchen en Mérida, hehe. Y, tal vez, ¿conoces a un hostal bueno, bonito y barato en el pueblo?
Dienstag, 6. Mai 2008
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2 Kommentare:
Demasiaaaaado fino como ustedes ya escriben en una manera tan ironica sobre esta parte del mundo q hace poco la describieron con las palabras mas seleccionadas... Ta legal. Muito.. Uffff.. estoy borracha. No me quiero ir en un lado.. Hmmm.. q hage?
Beijos por alli. No se ningun hostel en Merida, de verdad. Pero cuando van a llegar alli? Y voy a ver si consigo algo, esta bien?
Amo voces!
beijos. Nos vemos pronto. Elza
q hago fue la pregunta
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