Dienstag, 3. Juni 2008

Mérida

Mérida.

Man sagte uns, dass man in Venezuela generell keine grose Freundlichkeit an den Tag lege, erst Recht nicht gegenüber gringoparecidos. So waren wir direkt angenehm überrascht, dass da Mérida wohl eine Ausnahme darstellt. Unser Hostalonkel ist schon sehr viel durch den Kontinent gekommen und hat die eine oder andere nette Geschichte und Rat auf Lager.
Und Señor Don Pepe, das Kaninchen, sowie Señor Don Fifi, der rote Schmusekater, machen uns das Leben im Hostal sehr angenehm. Mittlerweile kommt Señor Don Pepe sogar erfreut an die Tür gehoppelt, wenn wir kommen. Er leckt unsere Hände und verhält sich überhaupt eher wie eine Katze.

Am ersten Tag wollten wir auch direkt die wahrscheinlich gröste Berühmtheit der Stadt besichtigen, den Teleférico, die höchste und längste Seilbahn der Welt. Es geht auf fünf Stationen innerhalb von ca. 1,5 Stunden von ca. 1620 m.ü.M. auf knappe 4800 Meter. Die Temperaturen fallen rapide, je weiter man sich von der überaus angehmen Frülingsstadt entfernt. Die Vegetation wird immer karger und während man das Gefühl des Fliegens mit Leib und Seele geniest und die Schönheit dieser Region versteht, krallt sich Nina, zur Belustigung der Kabine, in meinen Arm. Wir überfahren einen Abgrund von ca. 360 m (das war ja wohl auch heftig!!!!!). Oben angekommen begrüst uns, wie sollte es anders sein, eine Virgen (Jungfrau Maria), und das Atmen fällt schwer. Die wahrscheinlich faulste Bergbesteigung der Welt.
Den Nachmittag verbringen wir mit dem Besuch des Friedhofes, der schwer angeschlagen wirkt von den ganzen Plünderungen. Alles was nicht niet- und nagelfest ist wird abgerissen. Buchstaben fehlen, Grabplatten sind eingeschlagen.
Noch ein Besuch der Plaza Bolivar mit Kathedrale und Spaziergänge durch die Strasen an denen Elzas Spuren und ihre Stories hängen, die hier spielen. Schnell wird uns klar warum es ihr hier so gut gefallen hat. Eine Stadt zum Bleiben eben. Perfekt für einen Austausch.

Nun blieben uns noch 9 Tage. Das hielten wir für einen Anlass noch etwas Neues auszuprobieren. Diesmal hies unser (faschistisches, hehe) Abenteuer: Canyoning. Man wandert einen Fluss entlang, klettert über Steine, springt in adrenalinkickende Abgründe und lässt sich von reisenden Wasserfällen verprügeln, wenn man sich an ihren Abgründen abseilt. Klingt total bescheuert, ist es auch. Doch es macht echt Spas!
Nina konnte einmal mehr ihre Ängste besiegen wenn sie einfach springen musste, weil es einfach keinen anderen Weg gab. Der erste Wasserfall ist sehr divertido, 8 Meter. Der zweite eher lustig, wenn man zuguckt. Diesmal fällt das Wasser 13 Meter, aber senkrecht und ungebremst. Auserdem ist Regenzeit und das Wasser noch wuchtiger als sonst. In einer kleinen Höhle, hinter dem Wasser, kann man ausruhen und geniesen. Der Strahl verprügelt einen ganz schön und wenn man unten ankommt fühlt man sich wie neu geboren, auch des eiskalten Wassers wegen (man fühlt sich auch mehr geduscht seit denje). Nina ist ein wenig zu leicht für den ultrastarken Druck des Wassers, verliert die Kontrolle, die Seile verdrehen sich und es sieht aus als würde man eine Marionette, deren Seile sich verhäddert haben, in eine Waschmaschine stecken. Das war wirklich nicht angenehm. Ich wollte einfach nur weg da und es ging nicht, weil ich nicht runtergelassen werden konnte. Panik!

Heute haben wir...aber lest einfach unten weiter...

...@ Elza, wir haben eben Carmen besucht. Sehr aufschlussreich. Sehr interessant. Ja, Carmen war sehr herzlich! Und Miguel und die Freundin haben wir auch getroffen. Ist ja voll das fette Viertel, wo du gewohnt hast, aber voll schön mit den ganzen Bäumen auf dem Dach. Und natürlich die Gummibärchen!!!! DANKE!!!! Und danke für die Geburtstagskarte!!!
Ich hab mich voll gefreut!
Danke für den Tip mit dem Mercado Principal. Der ist echt sehr merkwürdig: Traditionell aber eben elevado. Werden heute abend vielleicht mal einen Cocktail probieren.
Im Lonely Planet über Colombia steht da fast gar nichts drüber (die Grenze- das steht nur, dass die besser ist als über Maracaibo zu fahren) und für Venezuela haben wir keinen, werden uns auch keinen mehr anschaffen. Die Qualität und der Gebrauchswert lohnt den Preis echt nicht. Haben jetzt aber ein South America on a shoestring tauschen können und einen Guía Turística (sowas wie Gelbe Seiten). Übrigens haben Lonely Planet wohl gerade angeblich übelsten Stress, weil der Autor des Kolumbienbuches wahrscheinlich noch nie in Kolumbien war.

@ CWS, hahaha, das ist ja wohl nicht ihr Ernst, oder? Sie wollen wohl provozieren damit die nächste Episode genauso anfängt wie die letzte, he? Das ist doch wohl zu einfach, señor ; )
Das erinnert mich ziemlich an die Diskussion über agressive Knüppelmusik, auch an die von Stoiber so ernergisch verhassten "Killercomputerspiele" und Marylon Manson, hehe. Würde ich jetzt auf diesen Quatsch eingehen, würde ich sagen, dass ich Spas an Paintball habe eben weil ich Pazifist bin. Mal eine andere Frage: Wiese sollte man denn sonst Spas daran haben Wasserschlachten zu machen, Schach zu spielen oder zu Fechten (oder auch mit ihnen zu kommunizieren : )? Aber, señor, das hier ist jetzt ganz groser Schwachsinn. Welche Spiele denn jetzt eher pazifistisch oder eher faschistisch sind sollten wir aber auf unserem nächsten gemeinsamen Treffen der Volksfront von Judäa ausdiskutieren.
Was Lisas Job angeht so kann ich ihren Idealismus sehr gut nachvollziehen und verstehen. Allerdings, von Entfernung betrachtet, muss ich sagen, dass sie da genau die richtige Entscheidung getroffen hat, und dass ich mich sehr für sie freue.

@ Steff, hast du eigentlich noch eine Gotcha? Darf ich das hier überhaupt fragen? Was machen deine Pläne? Man sieht sich bald!

Tage - 8
Christian
und Nina

7 Kommentare:

Elza hat gesagt…

Epaaaaa!

Q bien q les gustó Mérida! No sé, yo si estaba un poco anciosa por lo q iban a decir de mi ciudad preferida, y ahora estoy feliz al saber q les gustó! Pues el Lonely Planet q yo tenia (ya no lo tengo) era ese de "Southamerica on a shoestring", creo. Contiene informaciones de 11 paises latinoámericanos, creo y lo compré por los mapas y las informaciones q tiene en cuanto a las fronteras y esas cosas. No por q yo he querido hacer todos los Toures q te dicen q tienes q hacer y eso. Pffft. Si, yo tb escuche eso del tipo q nunca habia ido a Colombia. Jajajaja q estupido!
Yo estuve en Coro una vez pero no fui a ver el desierto. Tambien van a Chichiriviche o solo a Choroní/ Puerto Colombia? Debe ser fantástico tambien! Mil besos.
Elza

CWS hat gesagt…

Onki -
also wirklich! Wasserschlachten, Schach und Paintball in einen Topf zu werfen ist nun wirklich ultrabillig und unter deiner Würde! Du kannst ruhig zugeben, dass du da primitive Triebe ausgelebt hast! Aber es gilt: der wahrhaft friedliebende Mensch zielt nicht auf andere Menschen. Niemals. Punkt. Weder mit Farbe noch mit einer Waffe noch mit der Maus noch mit dem Finger. Das disqualifiziert Fechten in der Tat, aber nicht Schach. Siehst du den Unterschied? Ich schon. Und Computerkillerspiele müssen wir nicht diskutieren, das ist unter meiner Würde. Warum sollte ein intelligenter Mensch so etwas "spielen"? Das erschließt sich mir nicht.
So, tschüss.
CWS

Debora hat gesagt…

Es gibt Leute, die sich mit Paintball spielen die Hochzeitskleidung zerstören, das ist so genial sinnlos, ich find´s herrlich. Man kann sich dass bei "trash the dress" im Internet anschauen. Dafür würde ich sogar in weiß heiraten, hahahahaha.
Ich weiß nicht so recht, Schach ist nicht so ganz das meine, es ist viel zu anspruchsvoll dem Gegener immer einen gedanklichen Schritt voraus sein zu müssen und Strategien auszudenken... entweder ich möchte spielen oder ich möchte denken, primitiv, ich weiß.
Außerdem kann sich so ein Spiel ja auch durchaus über Jahre hinwegziehen. Da lass ich mich doch lieber mit bunter Farbe beschießen, obwohl ich zustimmen muss das dies auch nicht gerade die feinste Art ist. Man könnte die Farbe ja auch alternativ in Luftballons füllen und sich dann damit bewerfen, die Schmerzgrenze wird dadurch bestimmt etwas heruntergesetzt....naja, ok, das Prinzip bleibt das selbe.
Sich von einem Wasserfall verprügeln zu lassen hat auch irgendwo etwas sadistisches an sich, aber ich würde es auch auf alle Fälle mitmachen, wenn sich mir die Gelegenheit dazu böte (ich glaube das Wort gibt es gar nicht oder?), obwohl ich da wahrscheinlich wieder so ein Vertrauensproblem hätte, denn einer hält ja das Seil (oder habe ich das falsch verstanden?).
Wie dem auch sei, nehmt mit, was ihr mitnehmen könnt und speichert alles sorgfälltig ab, ich denke man kann solche Kraftreserven in Zunkunft das ein oder andere Mal gebrauchen um davon zu zehren und schlechtere null Bock Phasen überbrücken. Ich denke an Euch

Anonym hat gesagt…

Huhuuh Ihr
Klar ist Paintball cool! Das ist wie fangen spielen für Große. Inklusive Schweinerei. Das ist der perfekte Kick zu Wachwerden. Ein Mensch, der nix primitives mehr tut, ist kein gesunder Mensch, sondern ein Lebensferner Träumer...Mann, ich freue mich so, daß Ihr bald wieder da seid! -Alexandra

pippa hat gesagt…

hehe ale, zeigs dem ollen kack stephan
neynaaa neynaaaaaa neynaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa, egal was sie tut, sie bleibt neynaaaa....

Janine hat gesagt…

Hey ihr beiden, hoertsich ja super an, bei euch.
Ich wollte mich noch mal bedanken, fuer den Travelguide von Peru, hat mir echt geholfen. Der von Ecuador war glaub ich nicht mehr da aber ich hatte da eh nicht so viel Zeit.
Das Hostel in Quito war super nett, ein bisschen kalt aber ne nice familiaere Stimmung, konnte ich gut gebrauchen.
Ich wuensch euch noch viel Spass bei der noch uebrig bleibenden Reise.
Bis baldin Deutschland

Janine

FJM hat gesagt…

Hallo Ihr Beiden,

ich freu' mich schon auf Euch. Habe auch immer eifrig Euren Blog gelesen. Das ist ja wirklich das reinste Abenteuer. Sollte man ein Buch daraus machen. Bis bald, Frank